
Rhein stärken, Versorgung sichern
6. August 2026
Einladung Anlass Parlamentarische Gruppe Schifffahrt am 22. September 2026
7. August 2026Nachdem am 10. Oktober 1944 sowjetrussische Tuppen bei Starčevo die Donau überquerten und einen Brückenkopf bildeten, um zusammen mit den Tito-Partisanen den Kampf um Belgrad einzuleiten, war der Rückzugsweg für die Schiffe der Achsenmächte von der unteren Donau gesperrt.
Der wagemutige Zugschiffskapitän Herbert Regelsberg schaffte es als Letzter, mit seinem Seitenrad-Dampfschleppboot CYKLOP einen Schleppzug nachts ohne Licht und unter Vermeidung unnötiger Geräusche durch die russischen Linien zu bringen. Zwar wurde der Vorfall durch die Russen bemerkt: Sie eröffneten das Feuer, konnten aber den Durchbruch nicht verhindern. Gegen Kriegsende führte Regelsberg, den CYKLOP nach Linz und entzog ihn damit der Erbeutung durch die Russen.
Für die übrigen Schiffe jedoch war Prahovo Endstation. Weit über hundert Schiffe verschiedenster Typen sammelten sich dort an. Darunter zum Teil mit Munition beladene Schleppkähne, Schleppboote und Marinefahrzeuge der Schwarzmeerflotte. Um diese nicht in feindliche Hände gelangen zu lassen und gleichzeitig die Durchfahrt für andere Schiffe zu erschweren, wurden sie durch Sprengungen versenkt. Danach mussten die Siegermächte das Fahrwasser erst mal wieder räumen. Dieser Vorgang dauerte mehrere Jahre, noch 1959 wurde z.B. das ungarische Motorschleppboot HAJDU gehoben und anschliessend verschrottet. Viele Wracks aber blieben liegen und sind noch heute bei extremem Niedrigwasser zu sehen.
Herbert Regelsberg trat 1931 – den Fussstapfen seines Vaters, Kapitän Viktor Regelsberg, folgend – in die Dienste der DDSG (Erste Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft, heute Blue Danube Schifffahrt GmbH), 1938 erwarb er das Kapitänspatent. Als 1947 die DDSG die Schifffahrt zwischen Linz und Regensburg wieder aufnehmen konnte, bekam er das Kommando über das Schleppboot LOISACH. 1949 übernahm er das Seitenrad-Diesellschleppboot LANGEGG, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1965 treu blieb.
Durch Vermittlung des DDSG-Mitarbeiters und späteren Direktors Franz Dosch kam der Schreibende 1975 in Kontakt mit Herbert Regelsberg. Darauf erfolgten gegenseitige Besuche in Riehen, Wien und Stiefern am Kamp. Auf dem Foto ist er zu sehen zusammen mit Helmar Lösch und seiner Familie an Bord des TMS VALERIANA. Am 29. Juli 1989 starb Herbert Regelsberg in seinem 77. Lebensjahr.

Urs Vogelbacher



