
Hester Duursema: «Niedrigwasser: Eine Bewährungsprobe für die Widerstandsfähigkeit»
31. August 2026
Projektladungen bei Niedrigwasser: flexibel auf Kurs
25. September 2026Nein, das ist kein Druckfehler. NS steht für «Nuclear Ship». Nach dem sowjetischen Eisbrecher LENIN lief die SAVANNAH 1958 in Camden (New Jersey) als zweites ziviles durch einen Atomreaktor angetriebenes Schiff von Stapel. Es war 182 m lang und 24 m breit, hatte 20’300 PS und war zugelassen für den Transport von 60 Passagieren und 14’040 t Ladung. Der Druckwasserreaktor stammte von Babcock and Wicox. Die US Maritime Administration übertrug den Betrieb des Schiffes den American Export and Isbrandtsen Lines.
Im Sommer/Herbst 1964 befand es sich auf einer Promotionsfahrt zu fünf europäischen Häfen. Dabei wurde es durch 150’000 Personen besucht. Eine davon war der Schreibende, der am 30. September an Bord der damals an der Rotterdamer Parkkade gelegenen SAVANNAH gehen konnte.
Nach der Rückkehr in die USA erfolgten weitere Experimentaleinsätze, bis der kommerzielle Betrieb beginnen konnte. Ein wirtschaftlicher Erfolg stellte sich jedoch nicht ein, da verschiedene Länder ihre Häfen für Nuklearschiffe verschlossen. Auch die Passage des Panama- und des Suezkanals wurde verweigert. Nachdem die SAVANNAH insgesamt 450’000 Seemeilen zurückgelegt hatte, wurde sie 1972 ausser Dienst gestellt und 1991 zur «National Historic Landmark» deklariert.
Dem dritten zivilen Nuklearschiff, dem unter deutscher Flagge fahrenden OTTO HAHN, war ein ähnliches Schicksal beschieden. Bei ihm wurde der Reaktorbetrieb 1978 eingestellt. Danach fuhr es mit konventionellem Antrieb unter verschiedenen Namen und Flaggen weiter bis zur Verschrottung im Jahr 2009.
Für den Umbau des Eisbrechers LENIN in ein Ausstellungsschiff trug die EU im Jahr 2013 im Rahmen des Projekts «Arctic Expo Center» 1,2 Mio. EURO bei.
Bei den Kriegsmarinen – namentlich bei U-Booten – hingegen konnte sich der Nuklearantrieb durchsetzen. Aber dort gelten andere Kriterien und für die Kosten kommt letztlich der Steuerzahler auf.
Urs Vogelbacher






