
Lotsenausbildung auf Feuerlöschboot
30. Juli 2026
Europäische Hafenallianz für Sicherheit
30. Juli 2026Peter Stalder, SVS-Vorstandsmitglied, vertritt seit drei Jahren die Schifffahrt und Hafenwirtschaft als Stellvertretender Kommissar bei der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Seit diesem Jahr hat Stalder die Funktion als Geschäftsführer bei der IG River Cruise übernommen. Die Interessensgemeinschaft setzt sich für die Belange der Kabinenschifffahrt ein. Der SVS und die IG River Cruise pflegen eine enge Zusammenarbeit.
Peter Stalder, seit drei Jahren sind Sie als Stellvertretender Kommissar Teil der Schweizer Delegation bei der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt: Welche Anliegen konnten Sie für das Gewerbe einbringen?
Mir ist wichtig, dass die Sicht des Gewerbes frühzeitig in die regulatorischen und technischen Arbeiten der ZKR einfliesst. Die Binnenschifffahrt braucht hohe Sicherheitsstandards und eine gute europäische Harmonisierung. Gleichzeitig müssen neue Vorgaben in der betrieblichen Praxis umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig bleiben. Gerade bei Themen wie Ausbildung und Qualifikation, Besatzung, technischen Standards oder der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Schifffahrt kann ich meine praktische Erfahrung einbringen. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, den Dialog zwischen Behörden und Gewerbe zu stärken. Gute Regulierung entsteht dort, wo fachliche Anforderungen und die Realität an Bord zusammengebracht werden.
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In diesem heissen und trockenen Sommer beschäftigt die Schifffahrt vor allem die niedrigen Pegelstände: Sie sind auch aktiver Binnenschiffer. Wie fährt es sich aktuell auf dem Rhein?
Der Rhein bleibt auch bei Niedrigwasser befahrbar, aber die Rahmenbedingungen werden anspruchsvoller. Ich bin aktuell selbst auf einem Güterschiff unterwegs und erlebe unmittelbar, was niedrige Wasserstände bedeuten. Weniger Tiefgang heisst deutlich weniger Ladung, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Planung und nautische Aufmerksamkeit. Die Schifffahrt kann sich vergleichsweise gut an unterschiedliche Wasserstände anpassen, allerdings mit wirtschaftlichen Grenzen. Für mich ist diese praktische Erfahrung auch für die Arbeit in den Gremien wertvoll: Wenn wir über Resilienz, Infrastruktur oder Klimaanpassung sprechen, müssen wir wissen, was diese Entwicklungen im täglichen Betrieb tatsächlich bedeuten.
Seit diesem Jahr sind Sie als Geschäftsführer bei der IG River Cruise tätig: Welche Herausforderungen beschäftigen die Kabinenschifffahrt?
Die europäische Kabinenschifffahrt befindet sich in einer anspruchsvollen Transformationsphase. Nachhaltigkeit und neue Antriebstechnologien, Fachkräftemangel, unterschiedliche nationale Regelungen sowie zunehmend auch lokale Einschränkungen in den Destinationen beschäftigen die Branche gleichzeitig. Hinzu kommt, dass Flusskreuzfahrten mitten in europäischen Städten und Regionen stattfinden. Das verlangt einen konstruktiven Dialog mit Behörden, Bevölkerung und Politik. Für die IG River Cruise geht es deshalb darum, gemeinsame Lösungen voranzutreiben, die ökologisch sinnvoll, technisch machbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Die Branche muss sich weiterentwickeln – und gleichzeitig ihre besondere Stärke bewahren: Europa auf dem Wasserweg direkt erlebbar zu machen.




