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24. April 2026In der Griechenland-Sammlung des Basler Antikenmuseums befinden sich mehrere Weinmischgefässe (sog. Krater). Solche wurden bei Banketten und Symposien verwendet und sind daher grosszügig dekoriert, meist mit Szenen aus der griechischen Mythologie. Dieses hier ist aus Ton, stammt aus der Gegend von Athen und dürfte um 510 v. Chr. hergestellt worden sein. Vermutlich dienten die Schiffsmotive auf der Innenseite als Eichmarke, denn beim optimalen Füllungsgrad hatte es den Anschein, dass die Schiffe auf der Flüssigkeit fahren. Beim hier abgebildeten Schiff handelt es sich um eine Galeere. Der zwischen den Wellen erkennbare Rammsporn deutet darauf hin, dass sie auch für militärische Zwecke verwendet werden konnte. Der Künstler muss nicht nur ein hochtalentierter Maler gewesen sein, sondern auch etwas von Schiffen verstanden haben. Das beweist die fast schon fotografische Detailtreue. Auch die Proportionen stimmen – ganz im Gegensatz zum um 220 n. Chr. entstandenen Neumagener Weinschiff, von dem ein Abguss im Garten des Schifferhauses steht.
Beim ebenfalls abgebildeten tönernen Schiffsmodell fehlt der Rammsporn, es dürfte sich demzufolge um ein reines Transportfahrzeug handeln. Über den Verwendungszweck des Modells lässt sich nur spekulieren. Es könnte eine Grabbeigabe für einen verstorbenen Reeder gewesen sein oder ein Werbeutensil eines Schiffbauers. Vielleicht auch ein dekoratives Behältnis für Duftöl – ein Kinderspielzeug hingegen eher nicht.
Urs Vogelbacher




