
Ein Oldie erzählt: Spanischer Oldie
26. März 2026Florian Röthlingshöfer, Direktor Schweizerische Rheinhäfen, übernimmt für die nächsten beiden Jahre den Vorsitz des CESNI (Comité Européen pour l’Élaboration de Standards dans le Domaine de Navigation Intérieure). Seit 2015 setzt sich der Ausschuss mit Experten von ZKR und der Europäischen Union für die Harmonisierung der Standards auf Europas Flüssen ein.
Welche Bedeutung hat der CESNI-Vorsitz für die Schweiz?
Der Rhein ist für die Logistik der bedeutendste Fluss in Europa – aber nicht der Einzige. Auch Schweizer Reedereien – gerade im Bereich der Flussreisen – sind auf einheitliche Standards in ganz Europa angewiesen. Und so werden auf europäischer Ebene harmonisierte Gesetze und Regelungen für die Binnenschifffahrt auf allen schiffbaren Flüssen angestrebt. Und genau hier kommt der CESNI ins Spiel, um hierfür die technischen Standards in den Bereichen Schiff, Besatzung und Informationstechnologie zu erarbeiten. Die Schweiz kann als ZKR-Mitgliedstaat im CESNI die Zukunft der Binnenschifffahrt mitgestalten.
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.Wie funktioniert die Zusammenarbeit der ZKR mit der EU innerhalb desCESNI? Schwindet der Einfluss der ZKR schleichend?
Nein, im Gegenteil: die ZKR hat von der EU den Auftrag den CESNI zu organisieren, koordinieren und die Inhalte mit den Ausschüssen weiter Voran zu treiben. Die Rheinanliegerstaaten haben nicht nur ein vitales Interesse an einer zukunftsgerichteten Binnenschifffahrt, sondern verfügen auch über grosses Know-how. Im CESNI kommen diese Länder mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Donau, Elbe und weiteren schiffbaren Flüssen zusammen. Das ZKR-Sekretariat bietet mit seinem auf die Binnenschifffahrt spezialisierten Team die optimale Umgebung, um eine wettbewerbs- und leistungsfähige Binnenschifffahrt der Zukunft zu gestalten. Am Ende münden die Arbeiten in die rechtssetzenden Prozesse der EU, der ZKR aber auch Drittstaaten wie Serbien, Moldawien oder der Ukraine.
Welche Themenfelder werden im CESNI aktuell diskutiert?
Der Strauss an Themen ist gross und umfasst wichtige Zukunftsthemen wie z.B. die Regeln für Fernsteuerung und Automatisierung, die Digitalisierung von Infrastruktur- und Schiffsdaten auf gemeinsamen Datenplattformen, den Einsatz und die Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Energieträgern an Bord der Schiffe oder aber auch die Anpassung von Besatzungsvorschriften vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen. Wichtig ist, dass die fachliche Vertretung der Schweiz sowohl bei den ZKR als auch auf CESNI-Ebene stark bleibt. Bei diesen, für die Hafenwirtschaft und die Schifffahrtsbranche entscheidenden Fragestellungen für die Zukunft, kann sich die Branche direkt einbringen, ihr Input hat Gewicht und wird von den anderen Staaten sehr geschätzt.





